| Meckermann (Mai 2002) | |||
| Meckermann 1.5.2002 (Objekt und Photo Meckerfrau) | |||
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Die Entrüstung ist eine grosse. Auf der Website der „IMR“, eine PR-Agentur der speziellen Klasse, finden sich zwei zielsichere Meinungen zum Tun und Lassen unserer Vermittler für den öffentlichen Auftritt. Treffend liest sich Rolf Baurs Ratgeber, wie Journalisten in den Wahnsinn getrieben werden, ebenso so schön Peter Nyroes Tipps, wie man es garantiert falsch machen kann mit der Öffentlichkeitsarbeit. Aber was nützt das alles? Nichts, kein Peärler liest das. Und wenn er es lesen würde, der PR-Mensch, würde es da rein gehen und dort raus, so wie Meckermann meistens seinen Knoblauch verdaut, täglich, als Schutz gegen die bösen PRaculas. Selbst Meckermanns Multiplikatorenjournalistenlisten-Tipps haben nichts geholfen, ganz im Gegenteil: Es gibt da eine Firma, die das vermutlich gelesen hat und dann aber falsch verstand – denn jetzt kommen anhand der angegebenen Mail- und Webadressen weitere sechs Pressemitteilungen, dass Frau sowieso nun den Job sowieso in der unterrapportierenden Zweigniederlassung der Tochter des Marktleaders im Sektor der Staubsaugersackkompression dank spezieller Verdienste um die Rückgewinnung entfallener Hundehaare zwecks Umwandlung in echte Naturperücken erhalten habe. Eine Meldung, die um die Welt gehen wird. Und Meckermann überlegt sich, ob es an der Zeit für ein Haarersatzteil wäre. Das sind die Alltagsprobleme und mensch gewöhnt sich daran wie an die Hamburgerschwemme und die SVP: Viel Rind und sonst nichts ausser dem galoppierenden Wahnsinn. Aber das kann auch ernsthaft werden, schon fast herzschädigend. Da schreibt Meckermann nun seit mehr als 13 Jahren auch über die Firma Xerox. Und er war mit der Firma auch ungezählten Pressereisen. Er interviewte CEOs, sprach mit Vicepresidents der Firma. Und legte das dann alles auch auf Zeitungsseiten, immer kritisch, aber fair, nieder. Und Meckermann machte für Xerox während Jahren auch die Firmenzeitung. Kurz: Eitel Sonnenschein. Nun begab sich dieser Tage, dass Xerox via L&W (das ist auch so eine PR-Agentur) einige Schreiberlinge nach München bat, zwecks Unterschreibung eines Non Disclosure Agreements (NDA) und Vorstellung neuer Geräte, die eben dieses NDA genauestens definierte. Meckermann war eigentlich gespannt – neue Xerox-Macchinas, neue Stossrichtung vielleicht auch? Neuer Anlauf trotz Gewinnproblemen? Meckermann meldete sich an. Und erhielt dann ein Email, in dem seine Anmeldung samt Abflug und Retourflug bestätigt wurde. Soweit, so normal und bestens. Doch dann stand da im Bestätigungsbrief noch der kleine Zusatz: Man möge doch bitte mitteilen, wann man, wo man und wie man über Xerox je geschrieben habe. Bumsfallera. Meckermann dachte, dass auf der Briefrückseite noch die Fragen nach Schuhgrösse, Unterhosenfarbe oder bevorzugtem Duschgel kommen würden – nein, war nicht so – die Fragen dienten einzig der Erhebung des Wissenstandes. Bei der Agentur. Denn die hatte es nicht für nötig befunden, einmal in der xeroxschen Ablage der Presseclippings zu gucken, was da, wo da, von wem da warum überhaupt geschrieben worden ist. Wäre eigentlich die Aufgabe einer PR-Agentur. Aber nein doch, das ist sinnlose Arbeit, soll doch der Journalist im Archiv schauen, der hat ja sonst nichts zu tun. Kurz: Meckermann hat München abgesagt, mit einem komischen Gewissen gegenüber Xerox, weil dort niemand was dafür kann, mit einem sehr reinen Gewissen gegenüber der Agentur. Denn einen Tätigkeitsnachweis braucht Meckermann bestenfalls in einem rechtsextremen Staat als Ausländer. Aber nicht gegenüber einer Agentur, nein, danke. Auch das ist schon wieder Schnee von gestern, denn heute erhielt Meckermann ein wahrhaft irres Angebot aus Deutschland von einem Mac-Versender. Meckermann würde gratis ein spannendes Adventure gewinnen, völlig kostenlos und so weiter. Meckermann ist zwar kein Gamer, aber für den Neffen wäre das ein ideales Geschenk gewesen und Meckermann loggte sich ein, füllte drei Seiten virtuelle Formulare aus und sollte dann – warum eigentlich – seine Kreditkartennummer eingeben. Abbrechen, sagte der Verstand, abbrechen, sagte die Kreditkarte, abbrechen sagte auch Meckerfrau, aber subito. Also Abbruch der E-Commerce Transaktion, die ja nichts gekostet hätte. Und folglich mit einer Null-Belastung beendet gewesen wäre. Aber eben, irgendwas hat der Mann vom Versender ja wohl im Sinn gehabt. Aber was denn wohl, was? Nachzutragen bleibt einzig, dass Meckermann sich auf die Ferien freut. Dieses Mal endgültig ohne nachgesandte Post. Nur schon wegen der PR-Meldungen. Dann kann Meckermann endlich schlafen... |
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