| Meckermann Februar 2004 | |||
| Meckermann 1. Februar 2004 | |||
IT-Knigge: Kundenorientierte Kleidung!
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Da schwingen sich ein paar nichtssagende und szenenunbekannte ITler, die selbst miteinander verflochten sind und irgendwo in einem Zunfthaus oder so die Schnapsidee hatten, einen Knigge (das ist eine Art Regelwerk für das „Benimm-Dich-gefälligst-standesgemäss“) für IT-Berater zu schaffen. Was zuerst in einem kleinen Kreise begann, hat nun auch Unterstützung von Big Blue, Unisys und anderen Mitläufern bekommen. Und Meckermann wundert sich, dass die IBMler nicht lauthals protestiert haben: Wurde ihnen doch vor Jahren endlich erlaubt, den dunkelblauen Anzug ins Brockenhaus zu bringen, die dunkelblaue Krawatte dem Sohnemann zur Konfirmation zu schenken und das hellblau-gestreifte Hemd gegen einen lockeren Sweater und ein Hawai-Shirt zu tauschen; so müssen sie sich nun wohl oder übel an die Anstandswauwau-Regeln der "Swiss PRM" (Verband schweizerischer Project Resourcen Manager) fügen. Das dürfte den alten Haudegen, so noch nicht mit Abfindungen ausgemustert, bei IBM nicht schwer fallen, die jüngeren Zugpferde im ibmschen Zuchtstall dürften sich da aber eher schwer tun damit. Meckermann hat die ganzen Verhaltensregeln des IT-Knigges, der dem Gedankenoutput der Herren Alexander Galmann(Pro Informatik), Graham King (BRINE SA), Claude Bosshard (Bosshard & Partner) und Nikolaus Halter (ProfiLogic AG) entsprungen ist, genau gelesen. Neben den eigentlichen Selbstverständlichkeiten wie Diskretion, Kundeninteressewahrung und ähnlichem, das einem guten IT-Berater ja schon in zigfachen internen und externen Ausbildungeseminaren eingebleut worden ist, findet Meckermann aber spezielle Freude an dem Passus, der sich da über die Kleidervorschriften auslässt. Wohl gemerkt, der folgende Absatz entstammt nicht dem Knigge aus dem Jahre 1911, er wurde 2002 oder 2003 formuliert und ziert nun die Webpage der PRM. Da liest also Meckermann: "Die Kleidung des Spezialisten entspricht den internen Vorschriften und Gepflogenheiten des Kunden. Der Spezialist ist im Auftritt gleichzeitig ein Vertreter des swissPRM-Mitglieds und hält eine gewisse Qualität ein, die sich von anderen Mitarbeitern durchaus abheben kann." Meckerfrau hat das auch gelesen und dann laut überlegt, was so ein swissPRM-Mitglied wohl anzieht, wenn er in die Chefetage eines FKK-Verbandes muss? Um dem verlangten Qualitätsanspruch zu genügen, müsste er wenigstens ein Feigenblatt im Aktenköfferchen dabei haben. Um dem Kunden zu genügen, muss das Feigenblatt aber im Samsonite bleiben (und Samsonite gehört wohl zum angestrebten Standard, denn mit einem EPA-Koffer ist die Qualität wohl nicht gegeben). Meckerfrau denkt laut weiter. "Was machen die swissPRM-Heinis künftig, wenn sie in Davos, St. Mortiz oder Klosters die Betreiber der Skilifte zwecks neuer IT-Strukturen aufsuchen müssen? Kommen sie dann - angepasst an den Kunden - in Lowa-Skischuhen (St. Moritz) oder in Salomonboots (Arosa)? Oder ziehen sie Bogner an und dazu ein Fila-Stirnband?" Nun, das ist ja nur einer dieser sinnlosen Blabla-Paragrafen, die da die vier neuen IT-Sittenwächter von eigenen Gnaden aufgestellt haben. Meckermann wundert sich, dass IBM aufgesprungen ist, aber er wundert sich auch wieder nicht, wenn er sich überlegt, in wie vielen anderen Gremien, Verbänden. Vereinen, Selbsthilfegruppen und Allianzen der Blaue Riese seine Finger zocken und die Puppen tanzen lässt. Wenn Sie einmal wie bei einer Emil-Lachnummer über beide Backen grinsen möchten - hier der Link zu den Comedians der PRM: http://www.swissprm.ch/data/upload/swissPRM_Qualitaetsrichtlinie.pdf ... und viel Spass dabei! |
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